Der amerikanische Mode- und Lifestylephotograph David LaChapelle inszeniert seit mehr als einer Dekade grell und bilderstürmerisch eine hedonistische Gesellschaft. So lässt er schrillbunte, ironische, teilweise provokante Bilder der Sehnsuchts- und Traummaschine USA entstehen. Wir begegnen all denen, für die sich die Massenmedien interessieren: Marilyn Manson und Madonna, Pamela Anderson und Eminem, Paris Hilton und Leonardo diCaprio. Alles ist eingewoben in eine größtmögliche Künstlichkeit. Absurde Übertreibung und ein kompositorisches Überangebot werden zu den beherrschenden Stilmitteln seiner außergewöhnlichen und kontrovers diskutierten Photographien.
Der amerikanische Kriegsphotograph James Nachtwey verbindet mit seinen aufrüttelnden und schockierenden Bildserien aus den Krisenregionen unserer Tage dagegen einen tiefen moralischen Anspruch: Ohne Zweifel kann man ihn als Humanist mit der Kamera bezeichnen. Ihm gelingt es, das Existentielle unserer menschlichen Existenz ins photographische Abbild einzuschreiben. Trotz ihres dramatischen Realismus wirken mache seiner Kriegsaufnahmen surreal und inszeniert; sie brennen sich wie choreographierte Dramen in unser kollektives Bildgedächtnis ein.
Ramallah 2000
© Photo James Nachtwey/VII agency